Südtirol: Törggelen am Ursprung

Wandern und Genuss: die Einkehr bei den Buschenschänken wird zur kulinarischen Entdeckung

(ur) – Die Törggele-Zeit ist wohl die bekannteste und genussreichste Jahreszeit im Südtiroler Kalender der Köstlichkeiten. Unter Törggelen verstehen die Einheimischen eine Kombination aus Sport (Wandern) und Genuss (Wein und Kastanien) verbunden mit der prächtigen, herbstlichen Farbenlandschaft zwischen Kastanienhainen, Weinbergen und Mischwäldern. Diese „Kombi-Sportart“ hat ihre Wurzeln in den Ursprüngen des Törggelen als Bergbauern von Hof zu Hof wanderten um, als Tausch für die Sommerhaltung der Kuhherden auf deren Almen, Wein und Produkte zu verkosten. Lang blieb dieser gesellige Brauch nicht unentdeckt und so kamen auch „Stadtler“, also Leute aus der Stadt, auf deren Sonntagswanderungen bei den Höfen vorbei, um den „Siaßn“ (Most), „Nuin“ (neuen Wein) oder „Altn“ (alter Wein) zu verkosten. Dazu gab’s auch immer die Bauernleibgerichte (Schlachtplatten mit Kraut und Knödel) sowie gebratene „Keschtn“ (Kastanien). Den reichhaltigen Bauernschmaus gab es aber auch dann, wenn die Ernte- und Weinlesezeit vorbei war und sich die Bauersleute bei ihren Helfern mit dem Besten aus Küche und Keller bedankten. Da wurde so richtig aufgetischt und logischerweise auch fest gefeiert.

 

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In der gemütlichen, holzvertäfelten Bauernstube des Patscheider Hofes in Signat am Rittner Kastanienweg, wird jedes Jahr im Herbst das traditionelle Törggelen bei Kastanien und Wein zelebriert. – Copyright: IDM Südtirol/Alex Filz

 

Mit einem Fest beginnt deshalb auch jedes Jahr das richtige, authentische „Törggelen am Ursprung“: Am 1. Oktober 2016 ist es wieder soweit. Tradition und Ursprünglichkeit wird in den 24 ausgewählten Buschenschänken groß geschrieben. Diese Törggele-Höfe befinden sich alle in den Gebieten, wo diese Tradition ihren Ursprung hat: im Eisacktal (12 Höfe) und in der Umgebung von Bozen (9 Höfe) und Meran (3 Höfe). An den Eingängen der Höfe die traditionellen Buschen aufgehängt, ein Gebinde aus Zweigen (z.B. Latsche, Tanne, Wacholder, Eiben, Hagebutten usw.), es werden hofeigene Produkte verarbeitet und verkocht (Speck, Käse, Schweinefleisch, Würste, Brot, Kastanien) und der eigene Wein verkostet. Am Eröffnungstag lädt jeder der Buschenschänke den Besuchern zu einem besonderen Erlebnis ein: Wein- und Schnapsverkostung, Führung durch Hof, Keller und Kastanienhain, Marmeladenverkostung, Brotbacken, Stallbesichtigung u.v.m.

Und um 19.00 Uhr wird das „Keschtnfeuer“ entzunden als weithin sichtbares Zeichen für den offiziellen Start der Törggele-Zeit.

Infos: Törggelen am Ursprung www.roterhahn.it/de/urlaub-auf-dem-bauernhof/toerggelen-am-ursprung/

 

Die Kuriosität: Das Südtiroler Kastanienherz

Wenn die Kastanien reif sind, dann haben Leckermäuler richtig Hochsaison. Die Vitrinen der Südtiroler Konditoreien füllen sich mit einer besonderen Süßigkeit: das Südtiroler Kastanienherz. Erfunden wurde es in Bozen vom stadtbekannten Konditormeister Moschen. Das Kastanienherz ist mittlerweile nicht nur fester Bestandteil in der herbstlichen Süßwarenproduktion, sondern erfreut sich trotz des reichen Kaloriengehalts enormer Beliebtheit. 2014 wurde in Bozen von den Südtiroler Konditoren sogar das größte Kastanienherz (4×4 m) der Welt hergestellt mit einem Gewicht von 600 kg.

Wie wird’s gemacht? Hier das Video der Südtiroler Konditoren: https://www.youtube.com/watch?v=63v_M-e7fwc

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