Kunstherbst in Bremen

In Bremen eröffnet in den Herbstmonaten eine Vielzahl hochkarätiger Sonderausstellungen

Nebelverhangene Wiesen und von Raureif überzogene Sträucher. Bunte Blätter fallen in langsamen Schwüngen auf den Boden, hier und da rollen Kastanien über den Weg. Bremen im Herbst kann idyllisch und voller Leben zugleich sein. Wenn die Tage kürzer werden und das Wetter frischer, bietet sich ein Besuch in einem der zahlreichen Bremer Museen an, denn jetzt ist die Zeit der Sonderausstellungen gekommen. Und davon präsentiert die Hansestadt in diesem Jahr eine besonders große Fülle:

 

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Herbstzeitlose vor der Kunsthalle Bremen kündigen die kühlere Jahreszeit an. – Copyright: Maike Lucas / BTZ Bremer Touristik-Zentrale

Max Liebermann – Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport
22. Oktober 2016 bis 26. Februar 2017
Kunsthalle Bremen
Sport durchdringt heute nahezu alle Lebensbereiche. Er gehört zum modernen Lifestyle, er wird zum populären Massenspektakel oder verleiht elitäres Prestige. Der Siegeszug des Sports begann in Deutschland vor über hundert Jahren. Max Liebermann war der erste deutsche Künstler, der sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzte. Die Sonderausstellung „Max Liebermann – Reiten, Tennis, Polo. Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport“ in der Kunsthalle Bremen untersucht vom 22. Oktober 2016 bis 26. Februar 2017 Max Liebermanns Blick auf Bewegung und Sport und erzählt zugleich die Geschichte vom Reiten, Tennis und Polo in der Kunst.
Werke von Edgar Degas, Édouard Manet und Henri de Toulouse-Lautrec veranschaulichen Liebermanns Inspiration durch die französische Malerei und Grafik. Seine Darstellungen der Tennis- und Polospieler sind in Frankreich und Deutschland ohnegleichen. Die Einzigartigkeit seiner Sportmotive wird durch die Betrachtung ausgewählter Werke englischer und deutscher Zeitgenossen wie John Lavery oder Max Slevogt deutlich.

Emil Nolde trifft Paula Modersohn-Becker – 9.Oktober 2016 bis 29. Januar 2017

Paula Modersohn-Becker Museum
Farbgewaltige Blumenbilder, grandiose Landschaften – vor allem diese Motive sind heute das Markenzeichen des deutsch-dänischen Künstlers Emil Nolde. Doch tatsächlich ist es ein anderes Motiv, das den Großteil seines Werks prägt: der Mensch. 1900 ging er, wie so viele seiner Zeit, zum Studium nach Paris und lernte dort die junge, noch unverheiratete Künstlerin Paula Becker kennen. Während ihres kurzen, aber bemerkenswerten Künstlerdaseins schuf auch sie unzählige figürliche Darstellungen: Kinder, Paare und Akte. Beide vereint jedoch mehr als die Faszination für das gleiche Motiv. Sie suchen – jeder auf seine individuelle Art – durch Einfachheit und Reduktion das Wesentliche, die Tiefe und das Einzigartige des Menschen herauszuarbeiten.
Zum ersten Mal nach ihrer Begegnung in Paris, treffen Emil Nolde und Paula Modersohn-Becker erneut aufeinander. Insgesamt 70 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Drucke eröffnen im direkten Gegenüber überraschend neue Einblicke in die Bildwelten von zwei der bedeutendsten Pioniere der Moderne. Vincent Barré. Géométrie Bâ(s)tarde
2. Oktober 2016 bis 29. Januar 2017 – Wiedereröffnung des Gerhard-Marcks-Hauses
Die Ausstellung „Géométrie Bâ(s)tarde“ des französischen Bildhauers und Architekten Vincent Barré ist die erste Ausstellung nach dem Umbau und einer damit verbundenen vierzehnmonatigen Schließzeit des Gerhard-Marcks-Hauses. Mit seinem sowohl skulpturalen als auch explizit architektonisch gedachten Ansatz macht der Künstler seine Objekte wie auch die neuen Räumlichkeiten des Museums erlebbar.
Das Markante in seinem Werk ist das gekonnte Spiel zwischen extremer Reduzierung auf elementare Grundformen, eindeutigen Anspielungen auf den menschlichen Körper und einem ausgeprägten Sinn für das Raumgefüge. Barré gelingt es, den Besucher in einen spannenden Dialog zwischen abstrakter Kühle und körperlicher Nähe zu verwickeln.
Gezeigt wird sein jüngeres OEuvre, das größten Teils aus in Aluminium bzw. Eisen gegossenen großformatigen Raumkörpern besteht. Es geht dem Künstler nicht um eine technisch reine geometrische Form als bildhauerisches Objekt, sondern um eine „vermenschlichte“, oft gerade eben nicht perfekte Form, die sich insbesondere durch subtile Verzerrungen und sichtbare Arbeitsspuren auszeichnet und von Vincent Barré als „géométrie bâtarde“ bezeichnet wird.
„Amerika“
Ab 5. November 2016 – Neue Dauer-Ausstellung im Übersee-Museum

Asien und Afrika sind im Übersee-Museum nur ein paar Schritte voneinander entfernt. In einer einzigartigen Mischung vereint das 1896 eröffnete Haus handels-, völker-, und naturkundliche Sammlungen unter einem Dach. Über insgesamt 1,1 Millionen Exponate verfügt das Museum. Die Liebe zum Detail sowie die Platzierung der Ausstellungsstücke in dem altehrwürdigen Gebäude mit den 17 Meter hohen Lichthöfen machen den Rundgang durch das Museum zu einem Erlebnis.
Ab dem 5. November 2016 ist nach mehreren Jahren Umbau endlich wieder die Amerika-Ausstellung zu sehen. Neben dem großen präkolumbischen Goldschatz des Übersee-Museums, einem reich gedeckten „Thanksgiving“-Tisch und einem lebensgroßen Bison begegnet man in dieser Ausstellung Menschen und ihren persönlichen Geschichten im Nord- und Südamerika des 21. Jahrhunderts.
Ausgehend von der Besiedelung verschiedener Natur- und Kulturräume widmet sich die Ausstellung den Themen Einwanderung, Religion, Politik und Gesellschaft sowie Welthandel. Dabei werden neben inneramerikanischen Fragestellungen auch globale Auswirkungen thematisiert. Typisch für das Übersee-Museum und einmalig in Europa: Die drei Sammlungsschwerpunkte Natur-, Völker- und Handelskunde werden in der Ausstellungspräsentation verwoben. Eine bremische Note ist auch dabei.
Spezielle Kunst-Pauschalen

Kunstinteressierte Bremen-Besucher profitieren von speziellen Angeboten der Bremer Hotels. „Kunst und Moderne“ ist eine Pauschale des Courtyard by Marriott Bremen (4*) mit einer Übernachtung und Frühstück sowie dem Eintritt zur Liebermann-Sonderausstellung für 74,50 Euro pro Person im Doppelzimmer. Die „Kunst Reise Bremen“ kombiniert eine Übernachtung im ATLANTIC Grand Hotel (4*superior), mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet, einem 3-Gang-Menü, der Nutzung des Wellness-Bereichs sowie wahlweise dem Besuch der Liebermann oder Nolde-Ausstellung für 110,00 € pro Person im Doppelzimmer. Die Pauschale „Herbstfarben“ kostet 169 Euro pro Person im Doppelzimmer und enthält zwei Übernachtungen im Hotel Munte am Stadtpark (4*) mit Frühstück, ein 3-Gang-Menü im Restaurant “Wels“ – Fisch, Wild & mehr, die Nutzung des Wellnessbereiches sowie eine Eintrittskarte zur Ausstellung „Max Liebermann“.
Weitere Informationen und Buchungsmöglichkeiten gibt es bei der Bremer Touristik-Zentrale unter 0421/30800-10 oder im Internet unter www.bremen-tourismus.de/kunstherbst.

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