Dreschtag am 3.10. im Freilichtmuseum Glentleiten

„Höret die Drescher, sie schlagen im Takt“

Die Feldbearbeitung ist abgeschlossen und nun gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen: Am Montag, 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit), lädt das Freilichtmuseum Glentleiten zum Dreschtag ein.

 

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Göpel mit 1 PS – Das Pferd setzt den Göpel in Gang, der wiederum die Stiftendreschmaschine antreibt. – Bildquelle: Bezirk Oberbayern, Archiv Freilichtmuseum Glentleiten, Foto: Bäck

Vorführungen mit unterschiedlichen Gerätschaften vom Dreschflegel bis zur
Breitdreschmaschine zeigen, wie in der Vergangenheit reife Getreidekörner aus den Ähren herausgelöst wurden und wieviel Zeit das Dreschen beanspruchte. Technische Entwicklungen führten im Lauf der Zeit zu immer größeren Erleichterungen dieser einst sehr anstrengenden und mühsamen Arbeit.

Der Rhythmus war beim Handdreschen mit Bengel und Flegel besonders wichtig, wenn man – wie einstmals häufig üblich – auf der Tenne in einer Gruppe drischt. Sonst konnte es passieren, dass die schweren Schlegel zusammenprallten. Es entwickelten sich
Dreschsprüche, damit die kräftigen Burschen im Takt blieben und im Gleichklang arbeiteten. Im Jackl-Stadel des Freilichtmuseums führt die Dreschgruppe aus Raisting
diese alte und beschwerliche Art des Dreschens sowie die Reinigung der Körner mit
Kornfege und Sieben vor.

Erste Entlastung von der schweren Arbeit übernahmen ab 1840 Maschinen, die auf
mechanische Weise mit einem Göpel angetrieben wurden. Die Glentleitner
Stiftendreschmaschine ist am 3. Oktober ebenfalls in Betrieb und kann in Aktion
bestaunt werden, wenn ein Pferd den Göpel in Gang setzt. Wie scheinbar leicht ab der
2. Hälfte des 19. Jahrhunderts das Dreschen mit Dampfkraft von statten ging, zeigt ein
funktionsfähiges Modell einer Lokomobile, die eine Lanz-Dreschmaschine und eine
Strohballenpresse antreibt (Maßstab 1:10).

Beim Glentleitner Dreschtag geht es auch um die Weiterverarbeitung von Weizen und
Co. Am Backhaus aus Arget (Lkr. München) empfängt die Besucher der Duft von frisch
gebackenem Holzofenbrot, das sie mit nach Hause nehmen können. Außerdem backt
die Kramerin an einer offenen Feuerstelle frische Auszogne. Dazu spielt die Raistinger
Blasmusik auf.

Für Familien gibt es eine offene Töpferwerkstatt, bei der man auf Porzellanbecher
zeichnen (9 bis 15 Euro) oder durchscheinende Porzellananhänger gestalten kann (3 bis
5 Euro).

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